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Tolle Leute | 15. Februar 2018

'beflügelt von'
Lydia Poppe | Sein Brandenburg | Potsdam

Lydia Poppe
© Lydia Poppe

Die Liebe verschlug sie 2006 nach Potsdam, ursprünglich kommt sie aus Nordrhein-Westfalen. Sie spielt Gitarre und singt, bewegt sich gerne in der Natur, beschäftigt sich mit Themen rund um bewusstes Leben und Sein, zurzeit liest sie über Glücksforschung. Sie hat eine Leidenschaft für Brandenburg und seine Menschen entwickelt, sie möchte etwas beitragen, gute Nachrichten verbreiten, die Angebote zu den Menschen bringen und die Heiler usw. in ihrer Öffentlichkeitsarbeit unterstützen. Sie ist Dipl.-Sozialpädagogin, hat in Wuppertal ein Jugendzentrum geleitet und im Stadtteilmanagement gearbeitet. Nach ihrem Umzug arbeitete sie für kurze Zeit in Berlin, leitete dort ein Büro für Tanz und Meditation. 2009 kam sie auf die Idee, in Kooperation mit Sein Berlin ein Sein-Magazin für Brandenburg herauszugeben. 2010 ging die Seite online. Es ist ein Forum für das Land Brandenburg, in dem Angebote für Körper, Seele und Geist und für ein nachhaltiges Leben zu finden sind, redaktionelle Texte, Adressen und Veranstaltungen. Es werden Themen publik gemacht, Ideen vorangetrieben, Impulse gegeben. Es ist ein Forum für Einsichten aus dem Yoga, ganzheitlichen Heilverfahren und vielen anderen Bereichen. Das Portal setzt auf viele Akteure und Autoren aus den Brandenburger Landkreisen, die sich beteiligen und mitwirken. Seit 2013 erscheint zudem einmal im Jahr das Heft „Lebenskunst in Brandenburg“. Neben der Verbreitung guter Nachrichten liegt ihr vor allem die Vernetzung am Herzen. Mit einen im Februar erstmals stattfinden Netzwerktag für heilende Berufe, möchte sie nun Akteure zusammenführen und den Austausch fördern und ausbauen. Die Veranstaltung findet in Potsdam statt.




© Sein Brandenburg


Heft „Lebenskunst in Brandenburg“
Ausgabe 2018


Das einmal jährlich erscheinende Heft „Lebenskunst in Brandenburg“ ist ab dem 1. April 2018 an ausgewählten Orten (Bioläden, ganzheitliche Praxen, Yogastudios usw.) kostenlos erhältlich.

1. Bevor Du das Magazin Sein Brandenburg herausgegeben hast, warst Du beruflich in ganz anderen Kontexten unterwegs. Wie ist es dann zu der Idee des Magazins gekommen?

Seit 2004 war ich regelmäßig in Potsdam. Ich hatte eine Fernbeziehung. Der Liebe wegen bin ich dann auch 2006 nach Potsdam gezogen. Die Suche nach einem Yoga-Kurs und anderen Angeboten hier in Potsdam erwies sich als schwierig. Ich las zu dieser Zeit bereits regelmäßig das Sein-Magazin und merkte, dass so ein Forum hier in der Region fehlte. Um einen Kooperationspartner zu finden, habe ich mich an den Herausgeber des Sein-Magazins, dem One World Verlag in Berlin, gewandt. Dort bin ich offene Türen eingerannt. Der Verlag brachte mich mit einer Frau zusammen, welche die gleiche Idee für die Uckermark hatte. Gemeinsam starteten wir das Projekt. Der Verlag hat seine Homepage um eine Brandenburger Regional-Redaktion erweitert. Das Sein-Magazin ist sehr bekannt und so hatten wir schnell eine große Reichweite. Gleichzeitig wurden natürlich viele Brandenburger/innen auf das Sein-Magazin aufmerksam, die es vorher noch nicht kannten. Mittlerweile existiert die Idee, weitere Regional-Redaktionen aufzubauen.

2. Du organisierst derzeit erstmals einen Netzwerktag für Akteure aus heilenden Berufen in Potsdam. Welchen Stellenwert hat dieses Treffen für Dich und was ist für diesen Tag geplant?

Eine Potsdamer Psychotherapeutin kam auf mich zu und fragte, ob ich mit ihr zusammen dieses Treffen organisieren möchte. Ich hatte gerade Kapazitäten frei und sagte zu. Ich hatte ohnehin schon lange den Wunsch, die Menschen, die etwas für andere Menschen im Bereich der ganzheitlichen und alternativen Heilmethoden tun möchten, zusammenzubringen. Dieses Treffen zu organisieren ist also ein Herzensanliegen von mir. Es soll den Rahmen für eine mögliche künftige Zusammenarbeit schaffen. Denn bislang mangelt es an Möglichkeiten des Austausches hier in der Region. Zugleich soll bei dem Treffen hinterfragt werden, wie die vorhanden Kompetenzen durch den kollegialen und fachlichen Austausch erweitert werden können. Ich habe viele Ideen, möchte aber nicht vorgreifen. Ein weiterer Fokus liegt auf der Frage, wie wir die Menschen in Brandenburg erreichen können, sodass sie von ganzheitlichen Heilmethoden erfahren. Die Veranstaltung wird nun erstmals mit Heilpraktikern und Heilpraktikerinnen aus Potsdam stattfinden. Wir haben alle Gesundheitsberufe angeschrieben: Heilpraktiker, Psychotherapeuten, aber auch Physiotherapeuten und Schulmediziner. Insgesamt jedoch eher Personen, die im ganzheitlichen Bereich arbeiten. Das war uns wichtig: Die Offenheit dafür, dass ein Körper nicht wie ein Auto funktioniert, das man repariert. Also dafür, dass die Arbeit am Bewusstsein auch den Körper heilen kann. Das ist keine Einbahnstraße – es passiert natürlich auch umgekehrt.

3. Du lebst als Nordrhein-Westfälin seit 2006 in Potsdam. Wie war es für Dich nach Potsdam zu ziehen und wie ist es für Dich seit mittlerweile 12 Jahren hier zu leben?

Damit verbinde ich vor allem ganz persönliche Sachen. Ich bin wegen der Liebe hierhergekommen und habe dadurch auch sehr leicht Kontakt gefunden. Potsdam ist eine Stadt, in die ich mich sofort verliebt habe. Von dieser Seenlandschaft und der unterschiedlichen Architektur bin ich immer noch fasziniert. Ich gehe sehr gerne zu Fuß durch Potsdam oder erkunde mit dem Fahrrad die Region. Es ist mir leicht gefallen, hier neu anzufangen. Ich finde, dass man hier sehr viel Inspiration bekommt. Hier treffen der Duft der großen, weiten Welt und sehr ländliche Menschen und Strukturen aufeinander. Ich mag diese Vielfalt.

4. Was sind Deine Lieblingsplätze in Potsdam und Brandenburg und warum sollte man diese unbedingt einmal besuchen?

Es gibt hier so viele schöne Orte. Wenn man etwas heraushebt, lässt man anderes weg. Deshalb würde ich am liebsten gar nichts dazu sagen. Wenn ich nun aber auf mein direktes Umfeld blicke, ist da zum Beispiel der fünf Minuten entfernte Babelsberger Park, der so viel bietet. Dort ist man direkt am Wasser und der Park besitzt auch Höhenunterschiede, die ich aus meiner alten Heimat gewohnt bin. Ich fühle mich dort sehr heimisch und bin auch mehrmals in der Woche dort. Es ist meine kleine Oase. Hier in Potsdam bin ich aber auch sehr gerne kulturell unterwegs. Zum Beispiel in der Tanzfabrik oder zunehmend im Kellermann, wo jetzt auch Veranstaltungen stattfinden. Dort gibt es einen sehr guten Mittagstisch und es herrscht eine sehr sympathische, familiäre Atmosphäre. Am Wochenende gehe ich viel wandern und fahre gerne Fahrrad. Dann bin ich in allen Regionen Brandenburgs unterwegs.

Andreas Erfurth in 'König Lear'
© Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg / Foto: Kai-Britt Albrecht

5. Welche Eigenschaften charakterisieren für Dich die typischen Brandenburger?

Ich habe in den Jahren, in denen ich in Brandenburg lebe, eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Menschen kennengelernt und genau das schätze ich. Und die meisten dieser Brandenburger tragen das Herz auf der Zunge und sind bodenständig.

6. Stelle Dir vor, ich würde Dich zum Essen besuchen. Welches Gericht aus der brandenburgischen Küche würdest Du für mich kochen?

Ich habe im Winter zwei riesige Kürbisse und einen Sack Kartoffeln aus der Uckermark geschenkt bekommen. In der Zeit hatte ich sehr oft Gäste. Ich persönlich esse unheimlich gern Kartoffeln. Nach meinem Umzug von Nordrhein-Westfalen nach Brandenburg habe ich festgestellt, dass es hier weniger Vegetarier gibt. In Wuppertal hatte ich überhaupt keine Freunde, die Fleisch gegessen haben. In Brandenburg essen fast alle Fleisch. Das ist für mich neu. Ich denke hier in Brandenburg sind die Menschen sehr mit den Jahreszeiten und den damit zusammenhängenden Zyklen verbunden. Das ist etwas Naturmystisches und das Essen von Tieren gehört eben dazu. Dennoch würde ich dir ein Kartoffelgericht bereiten.

7. Zum Schluss: Gibt es etwas, dass Du in Deinem Leben gelernt hast und dass Du anderen gerne mitgeben möchtest?

Egal welcher Schicksalsschlag einen trifft, was einem geschieht oder welche Erfahrungen man macht – es ist immer Entwicklung und Wachstum möglich. Es gibt keine Ausrede. So viel ist möglich, also auch glücklich zu werden. Jeder kann all seine Schatten ablegen und in sich selbst die Freiheit finden, beziehungsweise sie freilegen. Auch eine schlechte Kindheit oder ähnliches ist keine „Ausrede“. Gerade das sind die Schätze, aus denen ich meine Entwicklung im wahrsten Sinne des Wortes "herauswickle". Insbesondere aus schwierigen Erfahrungen lässt sich die Kraft gewinnen, mit der sehr viel möglich ist.