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Tolle Leute | 23. September 2017

'beflügelt von' Petra Löfflad |
Künstlerin | Atelier LöwenART | Wandlitz (BAR)


 
© beflügelt von / BÄR meets ADLER GbR


Die in Wandlitz lebende Künstlerin Petra Löfflad ist durch zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen weit über die Grenzen ihrer Heimatgemeinde hinaus bekannt. Sie malt mit Acryl und gestaltet Schmuck, doch die Arbeit mit Holz liegt ihr besonders am Herzen. Und diese Leidenschaft scheint in die Wiege gelegt zu sein, denn bereits ihr Urgroßvater war Holzbildhauer. Seit 1907 kann man Ihre Skulpturen und Arbeiten in Ihrem Atelier LöwenART direkt am Wandlitzer See bewundern. Mit ihrem Atelier hat Petra Löfflad eine kleine, liebevoll gestaltete Oase geschaffen, die zur Begegnung, zum Verweilen und zum Innehalten einlädt. Neben wechselnden Ausstellungen bietet sie hier auch regelmäßige Kurse und Veranstaltungen an.


© Foto 1: beflügelt von / BÄR meets ADLER GbR // © Foto 2 - 6 : Petra Löfflad / Atelier LöwenART


1. Stelle Dich bitte noch einmal kurz vor. Wer bist Du, wo und wie lebst und arbeitest Du?

Mein Name ist Petra Margarete Löfflad und ich bin im Zeichen des Löwen geboren. Mein inneres Anliegen ist die Kreativität. Viele Jahre habe ich die Kreativität aus Vernunft nicht gelebt, weil Kunst oft brotlos ist. Doch vor 12 Jahren habe ich mich dazu entschlossen, endlich das zu tun was ich gerne möchte: Bildhauerei, Schmuck und Malerei. Ich lebe in einem Atelier in der Natur, direkt am See. An einem wilden und verwunschenem Platz in Wandlitz, der jedem offen steht. Wenn ich da bin ist jeder willkommen.

© beflügelt von / BÄR meets ADLER GbR

2. Du bist Künstlerin. Was treibt Dich in Deiner Arbeit an und wie würdest Du Deine Kunst beschreiben?

Ich versuche mit meiner Kunst den Menschen die Natur, ihre eigene und die Natur im Ganzen, zurückzugeben. Denn es gibt da einen Schmerz in uns, der nicht sein müsste, wenn wir mehr Respekt vor uns und unserer Umwelt hätten. Ich möchte die Menschen wieder näher zu ihren Wurzeln bringen, dort wo sie sich wieder über sich und auch andere freuen und das Leben, die Natur und die Tiere wieder wertschätzen können. Ich verwende in meiner Bildhauerei meistens nur altes Holz oder Holz, dass viele nur noch als Brennholz verwenden. Altes Holz, das zeigt, dass man mit den Stürmen des Lebens gut umgehen, sie integrieren und ummanteln kann. Und es zeigt uns, dass Risse und auch Alter schön sein können. Ich möchte in einer Zeit, in der es schwierig ist Freude zu bewahren, Freude bringen. So steht das Atelier auch unter dem Leitsatz „Lebe in Freude“. Ich möchte mit meiner Kunst ein Gegengewicht für einen freudigen Alltag schaffen.

3. Wer hat Dich als Künstlerin am meisten geprägt und warum?

Meine Großeltern. Meine Großeltern mit ihrer großen Liebe zur Natur und zur Schönheit. Mit ihrer Liebe für jede kleine Pflanze und jedes Tier. Meine Oma wurde wiederum geprägt durch ihren Vater, einem Holzbildhauer. Ihr Bruder war Landschaftsarchitekt. Ich wurde also von der Liebe dieser Familie geprägt, für alles was wächst und da ist.

 
© beflügelt von / BÄR meets ADLER GbR

4. Du lebst seit 1907 in Wandlitz, hast zuvor in Köln gelebt. Wie ist es für eine Kölnerin nach Wandlitz zu ziehen und mittlerweile seit 10 Jahren zu leben?

Schön! Es war nicht schwierig, gar nicht und nie. Ich denke die Kölner sind den Brandenburgern auch sehr ähnlich. Geradeaus eben. Sie fragen direkt „Was bist Du denn für eine?“. Und dann ist es aber auch gut.

5. Nenne drei Eigenschaften, die für Dich die/den typische/n Brandenburger/in charakterisieren.

Sie biegen mit ihren Autos alle langsam ab. Ehrlich, ich hätte hier im ersten Jahr fast einen Auffahrunfall gebaut, weil die hiesigen Brandenburger so behutsam abbiegen.
Aber ansonsten schätze ich die Natürlichkeit, die natürliche Offenheit, die oft gepaart ist mit einem schönen Lachen. Und die Hilfsbereitschaft, die ich so gar nicht kannte: Von sich aus hilfsbereit zu sein, mit einer großen Selbstverständlichkeit. Der Brandenburger oder die Brandenburgerin hilft einfach, auch den ganzen Tag und möchte nichts dafür, gar nichts.

6. Was sind Deine Lieblingsplätze in der Region und warum sollte man diese unbedingt einmal besuchen?

Den Hellsee mag ich sehr, er ist ganz verwunschen und hat eine besondere Ausstrahlung. Dann natürlich die Schorfheide und den dortigen Wildpark. Der Wildpark Schorfheide ist ein mit viel Liebe und Engagement geführter Familienbetrieb. Der Erhalt der Wildtierrassen liegt der Familie sehr am Herzen. Die Geschäftsführerin hat eine Vorliebe für Wölfe und kämpft stets gegen den schlechten Ruf der Tiere. Ich habe schon zwei Mal an einer Wolfsnacht teilgenommen und war begeistert. Aber auch mit Kindern lässt sich ein wundervoller Tag im Wildpark verbringen und für Veranstaltungen bietet er eine tolle Umgebung.

7. Stelle Dir vor, ich würde Dich zum Essen besuchen. Welches Gericht aus der brandenburgischen Küche würdest Du für mich kochen?

Ich würde Pellkartoffeln mit Salat und Leinöl machen. Ich esse schon auch gerne Quark, aber ich bin nicht sicher, ob man für Milchprodukte noch Werbung machen sollte. Ich würde 4,- Euro oder mehr für den Liter Milch bezahlen, wenn diese dann tatsächlich von „glücklichen Kühen“ kommen würde. Doch selbst die meisten Bio-Kühe werden für die Milchproduktion von ihren Kälbern getrennt. Daher, einfach nur Pellkartoffeln mit Salat und Leinöl!

9. Zum Schluss: Gibt es etwas, dass Du in Deinem Leben gelernt hast und dass Du anderen gerne mitgeben möchtest?

Das die Sonne immer über den Wolken scheint. Sie ist immer da. Es geht alles weiter und das Leben ist zu kostbar, um es nicht schön zu machen und zu gestalten. Man kann sauer sein oder auch traurig, aber dann soll und muss es weiter gehen.