Dörfer und Gemeinden | Feldheim – zu Besuch im ersten energieautarken Ort Deutschlands
© Neue Energien Forum Feldheim  

Dörfer und Gemeinden | Feldheim – zu Besuch im ersten energieautarken Ort Deutschlands

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Auf den ersten Blick ist Feldheim ein ganz normales brandenburgisches Dorf. Eingebettet in Wiesen und Felder liegt die kleine Siedlung aus den im Fläming typischen Vierseithöfen. Doch rund um die ehemaligen Bauerngehöfte hat sich ein spektakuläres Projekt entwickelt. Feldheim ist der erste und bisher einzige energieautarke Ort Deutschlands. Der landwirtschaftlich geprägte Ortsteil der Stadt Treuenbrietzen versorgt sich tatsächlich zu 100 % mit Wärme und Strom aus erneuerbaren Energiequellen.

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Mit voller Energie in die Zukunft

Wärme und Strom, die umweltschonend direkt vor der Haustür erzeugt werden – was nach einer Vision aus ferner Zukunft klingt, ist in Feldheim schon jetzt Realität und bringt viele Vorteile mit sich. Oberste Priorität hat der Schutz des Klimas durch eine wirksame Senkung des CO2-Ausstoßes. Nicht nur die Umwelt, sondern auch Feldheim selbst profitiert von der innovativen Energieversorgung. Fossile Ressourcen werden knapper und somit teurer. Durch die Unabhängigkeit von übermächtigen Energieversorgern und die Nutzung von immer verfügbaren erneuerbaren Energien sparen die Feldheimer bares Geld. Ganz nebenbei ist der Titel „energieautarker Ort“ sehr gute PR für Feldheim und zieht viele interessierte Besucher*innen in das brandenburgische Dorf. All diese Faktoren sorgen für langfristige Vorteile auch für zukünftige Generationen.

Damit ein Konzept dieser Größenordnung funktionieren kann, muss es von vielen Säulen mitgetragen werden. Dies betrifft zum einen die einzelnen technisch-baulichen Komponenten und zum anderen gesellschaftliche Kooperationen. Der Erfolg von Feldheim als energieautarker Ort ist der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den Bürger*innen des Ortsteils, der Agrargenossenschaft Fläming e.G. sowie dem Projektentwickler Energiequelle GmbH zu verdanken. Durch finanzielle Förderprogramme vom Land und der EU konnte das Projekt realisiert werden.

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Wärme und Strom aus Feldheim

Feldheim verfügt über ein regionales Energieversorgungsnetz mit Erneuerbare-Energie-Anlagen, die sozusagen direkt vor der Haustür liegen. Zur lokalen Stromversorgung nutzen die Feldheimer einen Windpark und einen Batteriespeicher, der bei seiner Errichtung als größter Energiespeicher Europas galt und kurzfristige Schwankungen im Stromnetz ausgleichen kann. Die 34 angeschlossenen Haushalte mit rund 130 Bewohnern und Bewohnerinnen und die lokalen Gewerbebetriebe verbrauchen nur einen kleinen Teil des erzeugten Stroms. Denn die 55 Windenergieanlagen können mehr als 65.000 Haushalte versorgen, weshalb ein Großteil der erzeugten Energie in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird.

Durch ihre autarke Wärmeversorgung per ortsansässiger Biogasanlage sparen die Bürger*innen Feldheims mehr als eine Viertelmillion Liter Heizöl pro Jahr ein. In der Anlage „verarbeiten“ Mikroorganismen nachwachsende Biomasse aus der regionalen Landwirtschaft (Maissilage, Getreideschrot, Rinder- und Schweinegülle) zu Biogas, aus dem anschließend in einem Blockheizkraftwerk Wärme und Strom erzeugt wird. An besonders kalten Tagen wird das moderne Holzhackschnitzel-Heizwerk zugeschaltet. Hier werden aus der bei Holzverarbeitung anfallenden Kieferhackschnitzeln aus den umliegenden Wäldern Wärme und Strom produziert.

Neben Wind und Biomasse ist die Sonne eine der bedeutendsten Energiequellen der Zukunft. Jedes Jahr sendet die Sonne annähernd das 10.000-fache des weltweiten Bedarfs an Primärenergie auf die Erde. Selbst in Regionen, die nicht sonderlich von der Sonne verwöhnt werden, ist es möglich, beträchtliche Mengen an Strom und Wärme mithilfe der Sonne zu erzeugen. Deshalb wurde das 45 ha große ehemalige Militärgelände Selterhof zu einem Solarpark ausgebaut, der den jährlichen Strombedarf von etwa 600 Vier-Personen-Haushalten decken kann. Die auf rund 284 Movern montierten Photovoltaik-Module fangen die Sonneneinstrahlung auf und wandeln sie in Energie um. Ein Sinnbild für Feldheim: Ländliche Idylle trifft auf moderne und umweltfreundliche Technik.

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Feldheim entdecken

Von Politiker*innen und Vereinen über Journalist*innen bis hin zu Influencer*innen – ein Besuch in Feldheim ist für verschiedenste Zielgruppen äußerst interessant. Durch praktische Erfahrungen und geführte Touren kann das Wissen über erneuerbare Energien direkt vor Ort vertieft werden. Insbesondere für Schulprojekttage ist das erste energieautarke Dorf Deutschlands wie geschaffen. Statt Theorie im Klassenzimmer erwartet die Schüler*innen ein Besuch des Windparks, ein spannendes Experiment mit einer Photovoltaikanlage und viele wichtige Erkenntnisse. Wer Feldheim lieber auf eigene Faust erkunden möchte, kann den lokalen E-Fahrradverleih nutzen und mithilfe der Audiotour alle Innovationen im ländlichen Raum entdecken. Das Herzstück des Ortes ist das Neue Energien Forum Feldheim. Als modernes Forschungs- und Bildungszentrum bietet es barrierefreie Tagungsräume sowie Ausstellungen zu erneuerbaren Energien. Feldheim ist eine Quelle für innovative Impulse und fungiert gerne als zukunftsweisender Ideengeber.

Wer sich einmal selbst von Feldheim überzeugen lassen möchte kann eine Energietour mitmachen. Die nächste findet am 07.03.2024 statt! Alle Infos dazu findet man auf der Website des Neuen Energie Forum Feldheim.

Weitere Informationen

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